Der 47. Podcast: Kommunikation mit Wohlfühlfaktor

2005 machte eine wissenschaftliche Studie Furore, in der die amerikanische Psychologin Barbara Fredrickson und der brasilianische Unternehmensberater Dr. Marcial Losada eine spannende Entdeckung veröffentlichten: Es gibt einen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Performance eines Teams und der Art der Sprache, die Teammitglieder miteinander pflegten.

Dazu Barbara Fredrickson: „Wir gingen in 60 Unternehmen und transkribierten jedes Wort, das in den Team-Meetings diese Unternehmen geäußert wurde. Einige dieser Teams waren „High-Performer“, andere „Low-Performer“ und wieder andere Teams lagen im Mittelfeld. Danach kodierten wir jeden Satz nach positiven und negativen Äußerungen und berechneten das Verhältnis von positiven zu negativen Wortmeldungen. Unsere Studie zeigt klar auf: Es gibt hier eine klare Trennlinie.

Teams, bei denen das Verhältnis von positiven zu negativen Aussagen besser als 2,9 : 1 war, waren eindeutig „High Performer“. Sie hatten ein deutlich besseres Team-Klima, eine größere Bandbreite von kreativen Ideen, wenn es um Problemlösungen ging und es waren zudem auch die erfolgreichsten Teams, gemessen an Kriterien, wie Profitabilität und Kundenzufriedenheit.“

Losada zählte damals in den Teammeetings:

1. negative Redebeiträge wie gegenseitige Abwertungen, Geringschätzungen, Missbilligung, oder sogar Sarkasmus und Zynismus im Vergleich zu positiven Aussagen, wie Ermutigung und Wertschätzung

2. wie oft Team-Mitglieder sich gegenseitig in Frage gestellt haben im Vergleich dazu wie stark sie sich gegenseitig unterstützt haben

3. wie oft die Mitglieder der einzelnen Teams eher auf sich selbst bezogen waren – also versuchten, die eigene Meinung und den eigenen Standpunkt durchzusetzen im Vergleich dazu, wie oft sie versuchten, wirklich zu verstehen, was der andere meint.

Wenn es also mindestens 3 Mal so viel wertschätzende, unterstützende und positive Wortbeiträge in den Teammeetings gab, blühten die Menschen richtiggehend auf. Und nicht nur, dass sie sich wohler fühlten, nein, dies schlug sich sogar ganz deutlich in ihrer Performance nieder.

By |Juni 24th, 2012|

Mein 1. Buch ist da: Knips Dein Licht an

„So geht es besser mit Dir und den anderen“ – Überprüfen Sie Ihre Gewohnheiten und Denkmuster mit 100 wertvollen Profi-Tipps. Mit kleinen Schritten erreichen Sie spürbare Veränderungen und werden innerlich zufriedener, motivierter und glücklicher. Erleben Sie mehr Freude im Umgang mit sich und den anderen.
Jeder Mensch kann morgen das werden, was er heute noch nicht ist. Daher: „Knips dein Licht an“ – lassen Sie sich step-by-step von Heike Holz begleiten. Erkennen Sie Ihre ganz persönlichen Fähigkeiten und wie Sie mit Leichtigkeit auch das große Ziel erreichen können.

Sichern Sie sich Ihr Exemplar am besten gleich:  KNIPS DEIN LICHT AN

By |Juni 14th, 2012|

Der 46. Podcast ist on air: Glück macht gesund und erfolgreich

Macht Glück nur satt und genügsam oder fördert es die Motivation und den persönlichen Erfolg? Eine aktuelle Studie kommt jetzt zu einem eindeutigen Ergebnis: Demnach ist Zufriedenheit mit dem eigenen Leben die Basis für Erfolg – egal ob im Beruf oder Privatleben.

Optimisten sind glücklicher und gesünder: Ist das sprichwörtliche Glas für Sie eher halb voll oder halb leer? Diese Frage gilt nicht nur als Indiz für eine unsere Lebenseinstellung. Eine neue Studie beweist: Die Antwort sagt auch etwas über unsere Lebensdauer aus – Optimisten leben länger.

Bildquelle: aboutpixel.de / Mädchen lach doch mal © Arnim Schindler
By |Juni 8th, 2012|

Sehr lesenwert: Rüdiger Dahlke über Beziehungen

Beziehungen / Lebensformen

Ruediger Dahlkes Bücher zu lesen verblüfft – ihn lebendig zu erleben läßt das Lachen manchmal im Halse stecken bleiben. Seine Erkenntnisse anzuwenden heißt auf erstaunlich direktem Wege heil-sein zu erleben.

(c)René Sputh

Beim Thema Beziehungen von Anfang bis Ende, könnte man auch durch ein kurzes Referat abhandeln, weil Beziehungen ja immer kürzer werden. Es gibt eine erstaunliche Tendenz zu beobachten: Von „Bis dass der Tod euch scheidet“  über „Lebensabschnittspartner“ zum aLAP= aktueller Lebensabschnittspartner“, bis zum „One-night-Stand“. Bei letzterem muß man sich allerdings fragen, ob das noch eine Beziehung ist, die diesen Ausdruck verdient. Ich würde eher verneinen. Das wäre jedenfalls eine Beziehung die praktisch nur den körperlichen Aspekt beinhaltet und damit auch weit weg von der Möglichkeit, Glück darin zu finden. Die Menschen, die sich auf diese Art von Beziehungen eingerichtet haben, sind erfahrungsgemäß auch nicht besonders glücklich, jedenfalls nicht wenn sie sich der Lebensmitte nähern.

Es gibt zum Beispiel in USA auch schon Zwischenlösungen, wie sich hinter dem Ausdruck „DINKS“ (double income, no kids, doppeltes Einkommen – keine Kinder) verbergen. Diese Art von Beziehung bringt auf jeden Fall weniger Herausforderung ins Leben, weniger Ärger, aber ganz offensichtlich auch weniger Entwicklung. Ähnliches zeichnet sich in der Tendenz zum „Singleismus“ ab. Auch diejenigen, die diese Lebensform ursprünglich propagiert haben, erleben mit der Zeit, dass sie offensichtlich auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Was dieser Trend wirklich bedeutet, werden wir erst erleben, wenn die erste Single- welle ins höhere Alter kommt, in jene Zeit nämlich, wo die meisten aufgrund unseres unabkömmlichen Lebensstils pflegebedürftig werden. Dann kann sich erst das wahre Gesicht des Singleismus offenbaren.

All das hat etwas mit „geringerem Einlassen“ zu tun: man hält sich alle Optionen möglichst lange offen. Es geht dabei vordergründig um Freiheit, aber es kommt hintergründig eine ganz eigenartige Form von Freiheit dabei heraus. Die Schattenseite enthüllt der ganze Bereich der Beziehungsindustrie für Singles. Es gibt schon Zeitungen für und Partys, Reisen werden organisiert und alles zu dem einen Zweck nur nicht Single bleiben zu müssen, jedenfalls kurzfristig nicht. Es wird ein ziemlicher Wirbel geschlagen, um die Singles bei Stimmung zu halten und natürlich um an ihnen zu verdienen. Aber ersteres ist gar nicht so leicht. Wenn man mit Singles spricht, was Therapeuten und Beratern ja zunehmend möglich wird, spürt man die große Sehnsucht nach Beziehung.

Betrachtet man das Thema mit etwas Distanz, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die, die keine Beziehung haben, unbedingt eine wollen, während die, die eine haben, unbedingt da heraus wollen, oder jedenfalls oft schwer damit und darum kämpfen.

In einer Gesellschaft wie unserer, wo alle uralt werden wollen, dann aber niemand alt sein will, ist natürlich Unglück vorprogrammiert. Wenn alle etwas werden wollen, was nachher niemand sein will, kann das nicht gutgehen.Wären wir in unseren Partnerschaften tatsächlich entwicklungsfreundlich, wäre das eine wunderbare Möglichkeit. Der eine wächst ein Stück, der andere noch mehr. Und so schaukelt sich das wunderbar auf. Die meisten Menschen leben aber nach dem Konzept: Hoffentlich geschieht nichts! Hoffentlich passiert nichts! So verabschieden sich Partner oft, wenn sie irgendwo hinreisen oder einen Therapieversuch machen. Wer das ernst meint, könnte gleich zu Hause bleiben. Warum sollen sie denn irgendwo hinfahren oder eine Therapie versuchen, wenn sie ohnehin nicht wollen, dass etwas geschieht. Dieses Muster überträgt sich auf alle möglichen Lebensstrukturen. Viele aber leben nach dem Konzept: „Ich liebe dich so, wie du bist. Dann bleib gefälligst auch so, wie du bist. Und du liebst mich ja auch so, wie ich bin. Also bleibe auch ich so, wie ich bin.“ Man macht außen einen Zaun herum und dann bleibt alles so wie es ist. Das ist natürlich sehr entwicklungsfeindlich und funktioniert zum Glück nicht.

Wenn einer von beiden anfängt, sich zu entwickeln, beginnt nicht selten auch schon die Krise. Häufig ist es das Mädchen, das ein Kind will. Im Idealfall entwickeln natürlich beide diesen Wunsch. Das Mädchen wird bei der Geburt nicht nur rechtlich Mutter, sondern auch in übertragener und seelischer Hinsicht und damit eine erwachsene Frau. Ihr Bub wird aber nur rechtlich Vater und im allgemeinen nicht seelisch erwachsen. Jedenfalls ist der Weg für ihn viel schwieriger. Die Geburt bringt den Jungen in eine schwierige Situation. Wenn es eine Geburt im modernen Sinne der französischen Gynäkologie nach Lebojer oder Michel Odent ist, wird sie aus der Kraft heraus einem Kind das Leben schenken. Das ist ein unglaubliches Erlebnis, das sie total verändern wird. Wenn er dafür die Offenheit nicht hat und nicht wirklich mit ihr verbunden bleibt, sondern – wie das viele Buben machen – nach unten hinschauen, dorthin wo die Musik spielt, wo etwas passiert, dann wird er eher ungute Gefühle entwickeln. Das Geburtsgeschehen ist ihm natürlich gänzlich fremd und meist gar nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Er ist folglich nicht in seiner Kraft und unter Umständen geht es ihm nicht einmal gut dabei.

Aus dieser Situation leiten sich häufig Beziehungsprobleme ab, über die man allerdings bei uns nicht sehr viel redet. Sie werden auf andere, häufig körperliche Dinge projiziert. Da wird dann plötzlich von männlicher Seite das Stillen dafür angeschuldigt, daß die Beziehung nicht gut weitergeht, die Konkurrenz um die Brust ist sicherlich vorhanden, aber sie ließe sich schon irgendwie regeln. Auch die angeblich veränderte Anatomie im Scheidenbereich, die nicht selten für den Verfall des Sexuallebens haftbar gemacht wird, ist ein halbes Jahr nach der Geburt gar kein Thema mehr. Was sich wirklich verändert hat, ist die Tatsache, daß sie jetzt eine erwachsene Frau ist. Er konnte zwar sexuell seinem Mädchen gut begegnen, aber mit einer erwachsenen Frau wird er nicht unbedingt fertig. Daraus entstehen Probleme, insbesondere dann, wenn er flüchtet statt standzuhalten und versucht, ein neues Mädchen zu finden. Daraus entsteht in der Regel Leid für alle vier Beteiligten.

Wenn wir schauen, wie Beziehungen entstehen, sieht man, daß das oft aus der Hoffnung heraus geschieht, sich damit das Leben leichter zu machen. Das ist natürlich mit dem Konzept, das ich jetzt angedeutet habe, nicht mehr sinnvoll. Wer eine Beziehung will, um sich das Leben leichter zu machen, dürfte nicht auf die Beziehung zum Heil, sondern müßte auf die zum Wohl zielen. Dann stellt sich natürlich gleich die Frage, ob man sich nicht lieber eine Haushälterin oder einen Butler suchen sollte. Wenn man die Beziehung zum Heil will, muss man sich auch klar machen, dass da Wachstum gefordert ist. Vollständiger, heiler werde ich nur, wenn ich Fehler eingestehe und Fehlendes integriere. Dann könnte ich in jeder Enttäuschung das Ende einer Täuschung erkennen und daraus eine Chance machen.

Tatsächlich sind wir aber eher relativ schnell genervt von Enttäuschungen. Wir wollen uns nicht täuschen und auch keine Fehler machen. Und wenn wir welche machen, gestehen wir sie uns nicht ein. Wenn wir uns getäuscht haben, verdrängen wir die Enttäuschung. Wir wollen uns ja auch möglichst nie entschuldigen. Wenn wir auf den eigentlichen Sinn dieser Worte schauen würden, wäre alles so einfach. Der Fehler bringt uns Fehlendes, die Enttäuschung beendet eine Täuschung, und die Entschuldigung würde uns von der Schuld befreien. Wir entschuld(ig)en uns damit ja tatsächlich. Aber natürlich auch nur, wenn wir uns wirklich richtig entschuldigen und das in unsrem Innersten auch so meinen. Nur so pauschal dahingesagt bringt es natürlich wieder gar nichts oder sogar das Gegenteil. Das verschärft sogar den Konflikt und das Problem oft genug noch. Wenn ich den Fehler oder das Problem aber wirklich eingestehe und mich dafür ehrlich entschuldige, hat das etwas Erleichterndes. Der andere kann es in aller Regel auch annehmen.

 

 

By |Juni 7th, 2012|