Der Schmetterling

20100108_5243Eines Tages erschien eine kleine Öffnung in einem Kokon.

Ein Mann beobachtete wie der zukünftigen Schmetterling für mehrere Stunden kämpfe, um seinen Körper durch jenes winzige Loch zu zwängen.
Dann schien er nicht mehr weiter zu kommen.

Es schien, als ob er so weit gekommen war, wie es ging, aber jetzt aus eigener Kraft nicht weitermachen konnte.

So beschloss der Mann ihm zu helfen. Er nahm eine Schere und schnitt den Kokon auf. Der Schmetterling kam danach sehr leicht heraus.

Es stellte sich nach weiterem Beobachtenn heraus, dass er einen verkrüppelten Körper hatte. Er war winzig und hatte verschrumpelte Flügel.

Der Mann beobachtet das Geschehen weiter, weil er erwartete dass die Flügel sich jeden Moment öffnen, sich vergrößern und sich ausdehnen würden, um den Körper des Schmetterlings zu stützen und ihm Spannkraft zu verleihen.

Doch nichts von dem geschah.

Stattdessen verbrachte der Schmetterling den Rest seines Lebens wohl krabbelnd und flugunfähig.

Niemals würde er fliegen können.

War der Mann nun Ursache dieses Phänomens? Könnte es so sein?

Wenn ja, hätte der Mann in seiner Güte und in seinem Wohlwollen das Leben des Schmetterlings beeinflusst.

Manchmal ist das Ringen genau das, was wir in unserem Leben benötigen.
Wenn wir durch unser Leben ohne Hindernisse gingen, wären wir nicht so wie wir es sind.

Und weil der Schmetterling nicht das erlebt, was alle Schmetterlinge erleben, nämlich fliegen zu können, ist er vielleicht die erste Stufe eines evolutionären Prozesses, der dazu führt, dass eine Gattung entsteht, die schön, wie der Schmetterling, aber eben nicht auch in der Luft zu Hause ist.

20100108_52311Wer vermag zu sagen, dass das evtl. unerwünschte Eingreifen des Mannes gut oder schlecht ist?

Ich bat um Kraft… und mir wurde ein Gehirn und Muskeln gegeben und ein Wille, beides zu nutzen.

Ich bat um Mut… und mir wurden Hindernisse gegeben, um sie zu überwinden zu können.

Ich bat um Liebe… und mir wurden Aufgaben gegeben um dank ihrer die Liebe erleben zu können.

Ich bat um Entscheidungskraft… und mir wurden Gelegenheiten gegeben zu üben.

Ich bekam mitunter nicht das, was ich wollte… Doch alles, was ich brauchte.

Führe Dein Leben und bestimme deine Gefühle. Begegne allen Hindernissen mit dem Vertrauen und dem Wissen, dass Du sie überwinden kannst und wirst.

(Quelle unbekannt)
(Bildquelle: René Sputh)