… und der ganz sichere Weg, wie es nicht funktioniert ūüôā

aboutpixel.de  Buddha ¬© Christian W√∂llerEine Legende erz√§hlt, dass Buddha nach seiner Erleuchtung einen Spaziergang √ľber die Felder machte und unterwegs einem Bauer begegnete. Dieser war beeindruckt vom Licht, das vom Meister ausging.

„Mein Freund, wer seid Ihr?“ fragte er. „Ich habe n√§mlich das Gef√ľhl, vor einem Engel oder einem Gott zu stehen“. „Ich bin nichts dergleichen“, entgegnete Buddha. „Was aber macht, dass Ihr so anders als die anderen seid, dass sogar ein einfacher Bauer wie ich imstande ist, dieses Licht zu bemerken?“

„Ich bin nur jemand, der zum Leben erwacht ist, w√§hrend die anderen schlafen. Nichts weiter. Dies sage ich allen, aber niemand glaubt mir.“ „Was bedeutet ‚zum Leben erwachen‘?“ „Es bedeutet, jedem einzelnen Augenblick Beachtung zu schenken, nicht mehr und nicht weniger. Nichts gibt dem Menschen mehr Freude. Der Tag ist in Millionen von Augenblicken aufgeteilt, und wer sich auf die Gegenwart konzentriert, wird am Ende das gleiche Licht ausstrahlen wie ich.“

„Ein Bauer wird das nicht k√∂nnen.“ „Den heiligen M√§nnern gelingt es, und sie sind Menschen wie du. Bem√ľhe dich ein wenig, und du wirst wie diese heiligen M√§nner und Meister sein, die im Himalaya leben.“ Der Bauer fuhr fort: „Ich bem√ľhe mich, die G√∂tter zu achten, aber in meiner Familie gibt es immer irgendein Problem, das mich davon abh√§lt, mich zu konzentrieren.“

Buddha trat zu ihm und gab ihm, ohne dass es einen Grund daf√ľr gab, eine Ohrfeige. Der Bauer erschrak. „Hast du diese Ohrfeige verdient?“, fragte der Erleuchtete. Selbstverst√§ndlich nicht. Seit Ihr hier seid, habe ich mich dem√ľtig verhalten und sogar das Licht erkannt, dass Ihr ausstrahlt.“ „Warum aber hast du nichts getan, um sie zu verhindern?“ „Weil ich nicht schnell genug reagiert habe.“

„Die Probleme, die wir in unseren Familien oder bei unserer Arbeit haben, sind nur dazu da, uns beizubringen, schnell zu reagieren. Wer diese einfache Lektion nicht lernt, den beherrscht das Leid, und er wird die G√∂tter niemals so ehren k√∂nnen, wie sie es verdienen.“

„Ich versuche immer auf die bestm√∂gliche Art zu reagieren, aber das Leben eines gemeinen Mannes ist anders, und ich glaube, Ihr versteht mich nicht richtig. Ich werde Euch ein Beispiel geben: Jedes Mal, wenn ich auf den Markt gehe, um zu verkaufen, was ich geerntet habe, treffe ich dort auf einen H√§ndler der versucht, mich zu beleidigen. Neulich konnte ich es nicht mehr ertragen und habe ihm den Regenschirm auf den Kopf gehauen. Doch ich sch√§me mich, dass mein Herz so voller Hass ist.“

20100719_1651„Du hast falsch gehandelt, indem du ihn gehasst hast“, sagte Buddha l√§chelnd. „Wenn er dich das n√§chste Mal beleidigt, versuche dein Herz mit G√ľte zu f√ľllen. Und schlage ihm wieder mit dem Regenschirm auf den Kopf, denn das scheint die einzige Sprache zu sein, die er versteht.“

Buddha wollte daraufhin weitergehen. Doch der Bauer bat ihn, noch einen Augenblick zu bleiben: „Seht diese B√§ume an. Seht diese V√∂gel am Himmel an. Immer, wenn ich auf dem Feld arbeite, sehe ich, wie sie in vollkommenem Einklang mit der Natur sind. Sie haben ihren Platz im g√∂ttlichen Plan gefunden. Ich aber muss mein Brot sauer verdienen. Warum¬†behandeln die G√∂tter die V√∂gel und die B√§ume so viel gro√üz√ľgiger?“ „Weil ein guter Vater von seinem Lieblingssohn immer mehr fordert.“

„K√∂nntet Ihr nicht wenigstens eine Nacht in meinem Haus verbringen, damit Ihr mich ein wenig besser versteht?“ „Was w√ľrde geschehen, wenn ein Bauer die Erde immer st√§rker d√ľngt?“, fragte der Erleuchtete.

Der Bauer erkl√§rte, dass die Ernte im ersten Jahr ausgezeichnet sein w√ľrde. Im zweiten Jahr w√ľrde sie sogar noch reichlicher ausfallen, aber das Getreide seinen Glanz verlieren. „Und wenn du im Jahr darauf noch mehr D√ľnger verwenden w√ľrdest, dann k√∂nntest du im dritten Jahr nichts Rechtes mehr ernten, nicht wahr?“

„Unsere Unterhaltung war lang und hat wichtige Themen ber√ľhrt. Versuche, dich an sie zu erinnern, das reicht. Wenn du jemandem ein wenig hilfst, st√§rkst du ihn. Aber hilfst du ihm zu viel, schw√§chst du ihn.“

(Quelle unbekannt)