Wahrhaftig sein… den Schatten integrieren…

Ein wunderbares M√§rchen, welches uns immer wieder an unsere eigene Ehrlichkeit erinnern darf… ūüôā Wie viel einfacher erscheint es uns manchmal, es mit der Wahrheit nicht so ganz ernst zu nehmen. Vielleicht, um Fehler und Unzul√§nglichkeiten zu verdecken, vielleicht, um ein Ziel zu erreichen – vielleicht auch, um wie hier in der Geschichte jemanden zu beeindrucken, jemanden von uns zu √ľberzeugen. – Stehe ganz zu dir, zu deinen Sonnen-und Schattenseiten, zeige dich in deiner Vollkommenheit, zu deiner Ganzheit. Das macht deinen Erfolg auf allen Ebenen aus!

Die Blume der Kaiserin

copyright by René Sputh, www.sputh.de

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Einst lebte im alten China ein junger Prinz, der zum Kaiser gekr√∂nt werden sollte. Zuvor jedoch musste er heiraten,¬†weil es das Gesetz so vorschrieb. Da es darum ging, die k√ľnftige Kaiserin auszuw√§hlen, musste der Prinz ein M√§dchen finden, dem er blind vertrauen konnte.

Dem Rat eines Weisen folgend, lie√ü er alle jungen Frauen der Gegend in seinem Palast zusammenrufen und sprach zu ihnen: ‚ÄěIch werde jeder von euch einen Samen geben. Diejenige, die mir in sechs Monaten die sch√∂nste Blume bringt,¬†wird die zuk√ľnftige Kaiserin von China sein.‚Äú

Nun waren unter den geladenen jungen Frauen viele sch√∂ne und reiche zu finden, aber auch die Tochter des Palastg√§rtners, die den Prinzen schon viele Jahre heimlich liebte. Auch sie erhielt ein Samenkorn und ging gl√ľcklich damit nach Hause.¬†Jeden Tag hegte und pflegte sie nun das Korn, sorgte f√ľr D√ľnger, Wasser, stellte es ins Sonnenlicht und n√§hrte es mit all ihrer Hingabe und Liebe, die sie f√ľr den Prinzen empfand.

Drei Monate vergingen, und nichts keimte. Die junge Frau versuchte alles, sprach mit vielen G√§rtnern und Bauern,¬†doch keiner der Ratschl√§ge f√ľhrte zum Erfolg. Ihre Liebe war indes so lebendig wie eh und je. Schlie√ülich waren die sechs Monate vergangen und in ihrem Blumentopf war trotz all ihrer Bem√ľhungen nichts gewachsen.

Am Tag der erneuten Audienz erschien die junge Frau mit ihrem Blumentopf ohne Pflanze und sah, dass die anderen Bewerberinnen großartige Ergebnisse erzielt hatten. Jede hatte eine Blume und eine war schöner als die andere.

Dann nahte der entscheidende Augenblick. Der Prinz kam herein und sah eine Bewerberin nach der anderen eindringlich an. Anschlie√üend verk√ľndete er das Ergebnis: Er zeigte auf die Tochter des G√§rtners als seine zuk√ľnftige Frau.¬†Die anderen Frauen murrten und fragten, weshalb er denn ausgerechnet jene erw√§hlt hatte, der es nicht gelungen war, eine Pflanze zu ziehen.

Da erkl√§rte der Prinz ruhig seine Wahl: ‚ÄěSie war die einzige, die eine Blume gezogen hat, die sie w√ľrdig macht,¬†Kaiserin zu werden ‚Äď die Blume der Ehrlichkeit. Alle Samen, die ich verteilt habe, waren unfruchtbar und konnten unm√∂glich Blumen hervorbringen.‚Äú

(Quelle unbekannt)