Eine besondere Geschichte über Streit und Vergebung

Was ist dir wichtiger: Beziehung oder Ego?

„Wenn ein Mensch um Entschuldigung bittet, bedeutet das nicht, dass er unbedingt im Unrecht war. Es bedeutet vielleicht nur, dass ihm die Beziehung viel wichtiger ist als sein Ego.“

Ein Vater und sein Sohn lebten friedlich und in völliger Eintracht. Sie lebten von dem Ertrag ihrer Felder und Herden. Sie arbeiteten miteinander und teilten gemeinsam, was sie ernteten. Alles fing durch ein kleines Missverständnis an.

Eine immer größer werdende Kluft bildete sich dann zwischen ihnen, bis es zu einem heftigen Streit kam. Fortan mieden sie jeglichen Kontakt und keiner sprach mehr ein Wort mit dem anderen.

Eines Tages klopfte jemand an der Tür des Sohnes. Es war ein Mann, er suchte Arbeit. „Kann ich vielleicht einige Reparaturen bei ihnen durchführen?“ „Ich hätte schon Arbeit für dich“, antwortete der Sohn. „Dort, auf der anderen Seite des Baches steht das Haus meines Vaters. Vor einiger Zeit hat er mich schwer beleidigt. Ich will ihm beweisen, dass ich auch ohne ihn leben kann.“

„Hinter meinem Grundstück steht eine alte Ruine, und davor findest du einen großen Haufen Steine. Damit sollst du eine 2 Meter hohe Mauer vor meinem Haus errichten. So bin ich sicher, dass ich meinen Vater nicht mehr sehen werde.“

„Ich habe verstanden», antwortete der Mann. Dann ging der Sohn für eine Woche auf Reise. Als er wieder nach Hause kam, war der Mann mit seiner Arbeit fertig. Welch eine Überraschung für den Sohn! So was hatte er nicht erwartet. Denn anstatt einer Mauer hatte der Mann eine schöne Brücke gebaut.

Da kam auch schon der Vater aus seinem Haus, lief über die Brücke und nahm seinen Sohn in die Arme. „Was du da getan hast, ist einfach wunderbar! Eine Brücke bauen lassen, wo ich dich doch schwer beleidigt hatte! Ich bin stolz auf dich und bitte dich um Verzeihung.“

Während Vater und Sohn Versöhnung feierten, räumte der Mann sein Werkzeug auf und schickte sich an, weiter zu ziehen. „Nein, bleib doch bei uns, denn hier ist Arbeit für dich“, sagten sie ihm.

Der Mann aber antwortete: „Gerne würde ich bei euch bleiben, aber ich habe noch anderswo viele Brücken zu bauen …“

(Quelle unbekannt)
 

Diese wundervolle Geschichte als Spiegel

Die Welt ist voll von Menschen, die lieber Mauern errichten, anstelle miteinander zu reden, die bestehenden Mauern einzureißen und aus den Steinen der Mauern Brücken zwischen den Menschen zu bauen.

Viele Freunde und Familien brechen nach einem Streit den Kontakt ab und reden nicht mehr miteinander. Jeder ist dann zu stolz, um den ersten Schritt zu machen und denkt sich dann: „Ich rufe nicht zuerst an. Wenn, dann muss der andere sich bei mir entschuldigen, er muss als erster anrufen!“

Macht nicht denselben Fehler und geht aufeinander zu, macht den ersten Schritt. Denn wenn ein Mensch vergeben kann, dann zeigt er damit nicht nur wahre Größe, sondern befreit sich auch vom schlechten Gefühl jemanden zu hassen. Wobei diese Vergebung nicht ohne Konsequenzen bleiben muss. Und wenn ein Mensch um Entschuldigung bittet, bedeutet das nicht, dass er unbedingt im Unrecht war. Es bedeutet vielleicht nur, dass ihm die Beziehung viel wichtiger ist als sein Ego!

(gelesen bei Elmar Rassi)

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By |Juli 26th, 2017|

Beziehungen verbessern mit dem Gesetz der Resonanz

Herausforderungen annehmen – Entscheidungen treffen: Den Weg des Herzens gehen


HerzHören Sie auf, sich über Ihre Probleme den Kopf zu zerbrechen, und öffnen Sie stattdessen Ihr Herz. 
Das ist der schnellste – und schönste – Weg, Ihr Probleme zu lösen, Ihre Beziehungen zu verbessern, die richtige Entscheidung zu finden und sich selbst zu heilen.  (Safi Nidiaye, Die 10 Herzensschlüssel)

 

Der Partner als Spiegel

Alles, was im Außen ist, was wir im Außen erleben, ist für uns ein Spiegel. Besonders, wenn sich bestimmte Themen wiederholen, ist besonders sinnvoll, sich diese Themen einmal näher anzuschauen. Wenn uns immer wieder dieselbe Thematik begegnet, hat es etwas mit uns zu tun. Dann soll uns etwas damit aufgezeigt werden, wir werden sozusagen mit der Nase darauf gestoßen. Dahinter steckt das Gesetz der Anziehung. Das, was ich aussende, ziehe ich an.

Natürlich weiß ich oft gar nicht, was ich aussende. Deshalb darf ich hier achtsam sein, was von außen auf mich zukommt.

Das Handspiegel-Experiment

Wenn ich jetzt den Partner als Spiegel sehe, woher weiß ich, dass ich das bin, was der Partner mir zeigt? Lassen wir uns das einmal an einem Beispiel verdeutlichen: Nehmen Sie einmal einen ap4b6c25a3d234f_xsHandspiegel und schauen Sie hinein. Sie wissen ganz genau, dass Sie sich selbst sehen. Woher wissen Sie das so genau, woher wissen Sie, dass dieses Gesicht, was Sie aus dem Spiegel anschaut, Sie selbst sind? – Das haben Sie gelernt. Ganz junge Kinder, die das noch nicht gelernt haben, schauen in den Spiegel und versuchen den Milchbart oder die Schokolade im Gesicht im Spiegel zu verändern.

Jetzt kommt im Außen ein Partner auf mich zu, den schaue ich an und sage mir: „Du siehst ja ganz freundlich aus – aber: du hast da was.“ Jetzt versuche ich den anderen zu verändern, ich mache das vergleichsweise so, wie es das Kind mit dem Spiegel gemacht hat. Ich wische sozusagen bei dem anderen herum. Wenn ich mir jetzt aber bewusst mache, dass der andere nur mein Spiegel ist, dann müsste ich ja bei mir schauen! Das, was der hat, habe ich auch!

Die Spiegelung ist also so zu verstehen, dass der Partner, der Nachbar, der Chef mir nur das widerspiegelt, was ich in mir trage, was ich wirklich bin. Jetzt ist es auch verständlich, dass ich nicht versuchen sollte, den anderen zu verändern. Das einzig Richtige ist, bei sich selbst zu schauen. Alles, was mir im Außen begegnet, bin ich selbst. Deshalb brauche ich nicht den anderen zu verändern, sondern sollte ich mich und meine Resonanzen verändern – dann verändert sich das Außen, der andere, automatisch auch.

Was spiegelt mir mein Partner?

Innerhalb der Partnerschaft sollte ich entsprechend auch nicht den Partner verändern, sondern bei mir schauen, an mir arbeiten. Wie ist meine Einstellung, meine Überzeugung, welche Glaubenssätze trage ich in mir? Ich sollte genau hinschauen, was spiegelt mir mein Partner?

Individuelle Beratung von Heike HolzHierzu ein Beispiel aus der Praxis:

Eine Klientin von mir warf ihrem Partner vor, er könnte sich nie entscheiden. Sie führte mit ihm lange Zeit eine On-Off-Beziehung, es war wirklich schwierig. Sie selbst meinte von sich, fest entschlossen zu sein, mit diesem Mann zusammen sein zu wollen, mit ihm zusammenzuziehen, für sie schien alles klar zu sein. Augenscheinlich konnte er sich nicht entscheiden. Diese Klientin hat ihrem Partner diesen Umstand jahrelang vorgehalten, das war immer wieder Streitthema. Nach etwa zehn Jahren wurde dann dieser Frau etwas bewusst, ihr ging ein Licht auf: Es gab auch in ihrem Leben einen Bereich, in dem sie sich nicht entscheiden konnte. Sie dachte immer, sie wäre die absolute Geschäftsfrau, erfolgreich in der Versicherungsbranche, konnte sie mit allen Kunden zu sehr präzisen, schnellen Entscheidungen kommen. Doch machte sie sich nach einiger Zeit selbstständig, bot auch Fachseminare in diesem Bereich an. Und genau hier kamen in ihr plötzlich Unsicherheiten hoch. Einerseits wollte sie ihr Wissen weitergeben, auch andere in ihre Fachkenntnis einweihen. Andererseits kamen die Zweifel, ob sie sich damit vielleicht eine eigene Konkurrenz schuf, sie also das Wasser selbst abgräbt.

Wie Innen so AußenNetzwerk

Nach einer Systemischen Aufstellung, die wir durchführten, wurde klar, dass diese Klientin selbst ein großes Thema mit Unentschlossenheit hatte und dieses in ihrer privaten Beziehung von ihrem Partner nur gespiegelt wurde.

Das eigentlich Spannende war dann die Tatsache, dass, als die Klientin diese eigene Unentschlossenheit bearbeitet und gelöst hatte, der Partner wie von selbst auf sie zukam, mit ihr zusammenziehen wollte und ihr sogar einen Heiratsantrag gemacht hat.

Fazit: Wenn Sie ihn Ihrem Innern etwas verändern, ändert es automatisch auch das Umfeld im Außen. Sie ändern die Resonanz dazu.

By |Januar 14th, 2017|

Der 95. Podcast ist online: „Charisma & Persönlichkeit“

Mit kleinen Gesten Beziehungen pflegen

HH-Podcast-Charisma-neuWer aufmerksam durchs Leben geht und seinen Mitmenschen offen und mit Interesse begegnet, wird im Alltag viele solcher Gelegenheiten finden, um anderen eine Freude zu machen und Wertschätzung oder Zuneigung zu zeigen. Doch auch hier ist natürlich das richtige Maß gefragt. Der Bogen ist schnell überspannt, wenn man sich selbst und die eigenen Anliegen stets und ständig zurücknimmt oder die Gefälligkeiten zu Anbiederungen werden. Dann kann der Verdacht aufkommen, dass ein manipulativer Zweck hinter diesen Aufmerksamkeiten verborgen ist oder eine Gegenleistung erpresst werden soll. Statt die Beziehung zu stärken, entstünden dann Misstrauen und Argwohn. Die kleinen Aufmerksamkeiten sollten daher – auch wenn das etwas kitschig klingt – von Herzen kommen. Dann sind sie ein wahrer Balsam für jede Beziehung.

Gedanken aus dem Online-Magazin „Genders Dialog Society“ von Stephane Etrillard
 
Zum Anhören, Herunterladen und Abonnieren: http://www.heikeholz.de/mediathek/podcast-charisma-und-personlichkeit/
By |November 7th, 2014|

Sehr lesenwert: Rüdiger Dahlke über Beziehungen

Beziehungen / Lebensformen

Ruediger Dahlkes Bücher zu lesen verblüfft – ihn lebendig zu erleben läßt das Lachen manchmal im Halse stecken bleiben. Seine Erkenntnisse anzuwenden heißt auf erstaunlich direktem Wege heil-sein zu erleben.

(c)René Sputh

Beim Thema Beziehungen von Anfang bis Ende, könnte man auch durch ein kurzes Referat abhandeln, weil Beziehungen ja immer kürzer werden. Es gibt eine erstaunliche Tendenz zu beobachten: Von „Bis dass der Tod euch scheidet“  über „Lebensabschnittspartner“ zum aLAP= aktueller Lebensabschnittspartner“, bis zum „One-night-Stand“. Bei letzterem muß man sich allerdings fragen, ob das noch eine Beziehung ist, die diesen Ausdruck verdient. Ich würde eher verneinen. Das wäre jedenfalls eine Beziehung die praktisch nur den körperlichen Aspekt beinhaltet und damit auch weit weg von der Möglichkeit, Glück darin zu finden. Die Menschen, die sich auf diese Art von Beziehungen eingerichtet haben, sind erfahrungsgemäß auch nicht besonders glücklich, jedenfalls nicht wenn sie sich der Lebensmitte nähern.

Es gibt zum Beispiel in USA auch schon Zwischenlösungen, wie sich hinter dem Ausdruck „DINKS“ (double income, no kids, doppeltes Einkommen – keine Kinder) verbergen. Diese Art von Beziehung bringt auf jeden Fall weniger Herausforderung ins Leben, weniger Ärger, aber ganz offensichtlich auch weniger Entwicklung. Ähnliches zeichnet sich in der Tendenz zum „Singleismus“ ab. Auch diejenigen, die diese Lebensform ursprünglich propagiert haben, erleben mit der Zeit, dass sie offensichtlich auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Was dieser Trend wirklich bedeutet, werden wir erst erleben, wenn die erste Single- welle ins höhere Alter kommt, in jene Zeit nämlich, wo die meisten aufgrund unseres unabkömmlichen Lebensstils pflegebedürftig werden. Dann kann sich erst das wahre Gesicht des Singleismus offenbaren.

All das hat etwas mit „geringerem Einlassen“ zu tun: man hält sich alle Optionen möglichst lange offen. Es geht dabei vordergründig um Freiheit, aber es kommt hintergründig eine ganz eigenartige Form von Freiheit dabei heraus. Die Schattenseite enthüllt der ganze Bereich der Beziehungsindustrie für Singles. Es gibt schon Zeitungen für und Partys, Reisen werden organisiert und alles zu dem einen Zweck nur nicht Single bleiben zu müssen, jedenfalls kurzfristig nicht. Es wird ein ziemlicher Wirbel geschlagen, um die Singles bei Stimmung zu halten und natürlich um an ihnen zu verdienen. Aber ersteres ist gar nicht so leicht. Wenn man mit Singles spricht, was Therapeuten und Beratern ja zunehmend möglich wird, spürt man die große Sehnsucht nach Beziehung.

Betrachtet man das Thema mit etwas Distanz, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die, die keine Beziehung haben, unbedingt eine wollen, während die, die eine haben, unbedingt da heraus wollen, oder jedenfalls oft schwer damit und darum kämpfen.

In einer Gesellschaft wie unserer, wo alle uralt werden wollen, dann aber niemand alt sein will, ist natürlich Unglück vorprogrammiert. Wenn alle etwas werden wollen, was nachher niemand sein will, kann das nicht gutgehen.Wären wir in unseren Partnerschaften tatsächlich entwicklungsfreundlich, wäre das eine wunderbare Möglichkeit. Der eine wächst ein Stück, der andere noch mehr. Und so schaukelt sich das wunderbar auf. Die meisten Menschen leben aber nach dem Konzept: Hoffentlich geschieht nichts! Hoffentlich passiert nichts! So verabschieden sich Partner oft, wenn sie irgendwo hinreisen oder einen Therapieversuch machen. Wer das ernst meint, könnte gleich zu Hause bleiben. Warum sollen sie denn irgendwo hinfahren oder eine Therapie versuchen, wenn sie ohnehin nicht wollen, dass etwas geschieht. Dieses Muster überträgt sich auf alle möglichen Lebensstrukturen. Viele aber leben nach dem Konzept: „Ich liebe dich so, wie du bist. Dann bleib gefälligst auch so, wie du bist. Und du liebst mich ja auch so, wie ich bin. Also bleibe auch ich so, wie ich bin.“ Man macht außen einen Zaun herum und dann bleibt alles so wie es ist. Das ist natürlich sehr entwicklungsfeindlich und funktioniert zum Glück nicht.

Wenn einer von beiden anfängt, sich zu entwickeln, beginnt nicht selten auch schon die Krise. Häufig ist es das Mädchen, das ein Kind will. Im Idealfall entwickeln natürlich beide diesen Wunsch. Das Mädchen wird bei der Geburt nicht nur rechtlich Mutter, sondern auch in übertragener und seelischer Hinsicht und damit eine erwachsene Frau. Ihr Bub wird aber nur rechtlich Vater und im allgemeinen nicht seelisch erwachsen. Jedenfalls ist der Weg für ihn viel schwieriger. Die Geburt bringt den Jungen in eine schwierige Situation. Wenn es eine Geburt im modernen Sinne der französischen Gynäkologie nach Lebojer oder Michel Odent ist, wird sie aus der Kraft heraus einem Kind das Leben schenken. Das ist ein unglaubliches Erlebnis, das sie total verändern wird. Wenn er dafür die Offenheit nicht hat und nicht wirklich mit ihr verbunden bleibt, sondern – wie das viele Buben machen – nach unten hinschauen, dorthin wo die Musik spielt, wo etwas passiert, dann wird er eher ungute Gefühle entwickeln. Das Geburtsgeschehen ist ihm natürlich gänzlich fremd und meist gar nicht so, wie er sich das vorgestellt hat. Er ist folglich nicht in seiner Kraft und unter Umständen geht es ihm nicht einmal gut dabei.

Aus dieser Situation leiten sich häufig Beziehungsprobleme ab, über die man allerdings bei uns nicht sehr viel redet. Sie werden auf andere, häufig körperliche Dinge projiziert. Da wird dann plötzlich von männlicher Seite das Stillen dafür angeschuldigt, daß die Beziehung nicht gut weitergeht, die Konkurrenz um die Brust ist sicherlich vorhanden, aber sie ließe sich schon irgendwie regeln. Auch die angeblich veränderte Anatomie im Scheidenbereich, die nicht selten für den Verfall des Sexuallebens haftbar gemacht wird, ist ein halbes Jahr nach der Geburt gar kein Thema mehr. Was sich wirklich verändert hat, ist die Tatsache, daß sie jetzt eine erwachsene Frau ist. Er konnte zwar sexuell seinem Mädchen gut begegnen, aber mit einer erwachsenen Frau wird er nicht unbedingt fertig. Daraus entstehen Probleme, insbesondere dann, wenn er flüchtet statt standzuhalten und versucht, ein neues Mädchen zu finden. Daraus entsteht in der Regel Leid für alle vier Beteiligten.

Wenn wir schauen, wie Beziehungen entstehen, sieht man, daß das oft aus der Hoffnung heraus geschieht, sich damit das Leben leichter zu machen. Das ist natürlich mit dem Konzept, das ich jetzt angedeutet habe, nicht mehr sinnvoll. Wer eine Beziehung will, um sich das Leben leichter zu machen, dürfte nicht auf die Beziehung zum Heil, sondern müßte auf die zum Wohl zielen. Dann stellt sich natürlich gleich die Frage, ob man sich nicht lieber eine Haushälterin oder einen Butler suchen sollte. Wenn man die Beziehung zum Heil will, muss man sich auch klar machen, dass da Wachstum gefordert ist. Vollständiger, heiler werde ich nur, wenn ich Fehler eingestehe und Fehlendes integriere. Dann könnte ich in jeder Enttäuschung das Ende einer Täuschung erkennen und daraus eine Chance machen.

Tatsächlich sind wir aber eher relativ schnell genervt von Enttäuschungen. Wir wollen uns nicht täuschen und auch keine Fehler machen. Und wenn wir welche machen, gestehen wir sie uns nicht ein. Wenn wir uns getäuscht haben, verdrängen wir die Enttäuschung. Wir wollen uns ja auch möglichst nie entschuldigen. Wenn wir auf den eigentlichen Sinn dieser Worte schauen würden, wäre alles so einfach. Der Fehler bringt uns Fehlendes, die Enttäuschung beendet eine Täuschung, und die Entschuldigung würde uns von der Schuld befreien. Wir entschuld(ig)en uns damit ja tatsächlich. Aber natürlich auch nur, wenn wir uns wirklich richtig entschuldigen und das in unsrem Innersten auch so meinen. Nur so pauschal dahingesagt bringt es natürlich wieder gar nichts oder sogar das Gegenteil. Das verschärft sogar den Konflikt und das Problem oft genug noch. Wenn ich den Fehler oder das Problem aber wirklich eingestehe und mich dafür ehrlich entschuldige, hat das etwas Erleichterndes. Der andere kann es in aller Regel auch annehmen.

 

 

By |Juni 7th, 2012|